Vom 29. bis 30. Juli luden die Unimog- und MBtrac-Freunde Niederbayern e.V. zu einem Ausflug mit dem Omnibus nach Österreich ein. Ziele waren Europas größtes Erzbergwerk mit 40 Etagen (=Stufen) je 24 m Höhe bei Leoben und der 4. Lauf der Truck-Trial EM in Voitsberg/Zangtal.
Es war gerade Ferienbeginn und mit Stauzeiten war zu rechnen. Ein Grund, den bei einer Busfahrt üblichen Reiseproviant vorsorglich aufzustocken. Unser Busfahrer und Co-Stammtischleiter des Stammtisches Dreiländereck, Kronawitter Werner, hat die Reise organisiert und uns trotz einiger Behinderungen auf der Route, rechtzeitig ans Ziel gebracht.
Am Erzbergwerk angekommen, stiegen wir in einen werksinternen Bus um, der uns zu verschiedenen Stationen im Bergwerk manövrierte. Am ersten Haltepunkt erwartete und die ca. 1, 5 km lange Fahrt mit der "Katl", dem ehemaligen Mannschaftszug der Bergleute in das Innere des Erzbergs. Die Fahrt war aufgrund der grob ausgeführten Schienenstöße so holprig, dass selbst abgehärtete 411er-Fahrer ein leichtes Unbehagen überfiel. Im mittlerweile stillgelegten Schaubergwerk begann ein Rundgang durch das unterirdische Labyrinth des, wo etliche Stationen der harten Arbeit der Bergmänner von früher gezeigt wurden.
Danach brachte uns der Werksbus zur Haltestelle, von wo aus uns ein für Personentransport umgebauter sog. "Hauly" durch Teile des Bergwerks kutschierte. Als "Hauly's" werden die im Bergwerk eingesetzten Muldenkipper bezeichnet. Das Besondere an diesen Fahrzeugen ist die Diesel-elektrische Antriebsart. Auf der ca. 5 km langen Hauptstrecke können diese Fahrzeuge per Oberleitung (ähnlich einer Elektrolok, jedoch ohne Gleisführung) CO2-sparend fahren. Für die dafür erforderliche Energiegewinnung wurde zu dem bestehenden Kraftwerk noch ein Solarpark errichtet. Wenn sich die Fahrzeuge zum Laden oder Entladen von der elektrifizierte Hauptstrecke ausklinken, werden deren ca. 1.200 PS starke Motoren mit Diesel gefüttert.
Nach der Übernachtung und einem Frühstück, welches keine Wünsche offen lies, ging es weiter nach Voitsberg zum Truck-Trial. In der Kategorie II (2-Achser) waren erwartungsgemäß viele Unimog vertreten, wie U 1300 und U 416. Aber auch in der Kategorie III (3-Achser) war neben, Steyr, Ural, ZIL, ein Unimog vertreten. Natürlich blieben bei der extremen Beanspruchung der Fahrzeuge Schäden nicht aus. Beim heimischen Steyr-Team kam es zu einem Getriebeschaden. Kurzerhand wurde aus der Nähe ein Fahrzeug herbeigeschafft, welches als Teilespender herhalten musste. Der Austausch des Getriebes und Teilen des Antriebsstrangs war in kurzer Zeit erledigt. Undichtigkeiten ließen sich aufgrund der Notreparatur auf schlammigen Terrain nicht vermeiden, aber zumindest war die weitere Teilnahme an der Veranstaltung wieder möglich.
Auf der Heimfahrt war genug Gesprächsstoff vorhanden. Alle Teilnehmer zeigten sich äußerst zufrieden und freuen sich schon auf die nächste gemeinschaftliche Unternehmung. Wir bedanken uns recht herzlich beim Stammtisch Dreiländereck, dessen Idee es war, die Fahrt zu unternehmen, insbesondere bei den Leitern Günter Schanzer und Wener Kronawitter.
Text: Josef Steiner
Bilder: Josef Steiner, Werner Kronawitter